Einspeisung
In einem TN-Netz ist ein Punkt des Generators oder Transformators geerdet, üblicherweise der Sternpunkt im Drehstromsystem. Der Körper des elektrischen Betriebsmittels wird über diese Erdverbindung am Transformator geerdet. Diese Anordnung ist besonders in Europa der aktuelle Standard für Wohn- und Industrieanlagen.
Der Leiter, der die berührbaren metallischen Teile der Anlage verbindet, heißt Schutzleiter (PE). Der Leiter zum Sternpunkt bzw. der Rückleiter im Einphasensystem heißt Neutralleiter (N). Es werden drei Varianten von TN-Systemen unterschieden.
TN−S: PE und N sind getrennte Leiter, die nur in der Nähe der Stromquelle miteinander verbunden sind.
TN−C: ein kombinierter PEN-Leiter erfüllt die Funktionen von PE und N (in 230/400-V-Systemen üblicherweise nur in Verteilnetzen).
TN−C−S: ein Teil des Systems nutzt einen kombinierten PEN-Leiter, der an einer Stelle in getrennte PE- und N-Leiter aufgeteilt wird. Der PEN-Leiter liegt typischerweise zwischen Trafostation und Gebäudeeintritt; im Hausanschlusskasten werden Erde und Neutralleiter getrennt. In Großbritannien heißt dieses System PME, in Australien und Neuseeland MEN und in Nordamerika MGN.
Es ist möglich, TN-S- und TN-C-S-Einspeisungen aus demselben Transformator zu betreiben. Der PEN-Leiter muss gegen Ausfall verstärkt sein, da ein unterbrochener PEN volle Phasenspannung auf berührbare Metallteile hinter der Unterbrechung bringen kann. Alternativ wird eine lokale Erdung eingerichtet und auf TT umgestellt. Der Vorteil eines TN-Netzes ist der niederohmige Erdungspfad, der bei einem Kurzschluss Leiter–PE eine einfache automatische Abschaltung (ADS) erlaubt; ein RCD ist zur Erkennung von Erdschlüssen nicht zwingend erforderlich.